Management der Ausgleichsflächen für Eingriffe in Natur und Landschaft im Landkreis

Handlungsfelder:
HINTERGRUND:
Die enorme Zunahme an Ausgleichsflächen für Eingriffe in Natur und Landschaft ist ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung und des Flächenverbrauchs im Landkreis Ebersberg. Die Verpflichtung des Eingriffsverursachers zum Ausgleich folgt aus dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Baugesetzbuch. Im Vollzug dieser gesetzlichen Grundlage ergibt sich im Landkreis Ebersberg (Stand 2016) ein erfasster Bestand von 1420 Ausgleichsflächen mit einer Gesamtgröße von 649 Hektar. Diese Flächen müssen regelmäßig kontrolliert und entsprechend der Zweckbestimmung gepflegt werden, damit sie dauerhaft ökologisch funktionsfähig sind. Hierzu ist ein dauerhaftes Ausgleichsflächen-Monitoring notwendig und entsprechende Maßnahmen sind zu veranlassen. Diese Aufgabe kann das Landratsamt/Untere Naturschutzbehörde nicht allein bewerkstelligen.
Ziele und Ergebnisse:
Ausgleichsflächen-Management bedeutet mehr als das Erfassen wertvoller Flächen in einem Kataster. Im Management werden Beratung und Kontrolle festgelegt sowie Bedarf und Umfang einer Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde durch ein externes Management (Fachbüro) aufgezeigt. Es werden fachlich fundierte Hinweise gegeben, wie die Ausgleichsflächen durch ein gezieltes Ökomanagement v. a. durch Vernetzung der Flächen über die Gemeinden hinweg für ein Biotopverbundsystem entwickelt werden können. Schließlich wird kontrolliert, ob die vereinbarten Maßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Ein systematisches Ausgleichsflächen-Management im Landkreis wird entwickelt und dauerhaft installiert. Hierzu werden die Ergebnisse aus dem Monitoring 2015/2016 aufgegriffen und sämtliche bisher nicht erfassten Flächen einbezogen. Für diese wird ggf. eine Erstaufwertung beauftragt, die weitere Pflege wird festgelegt. Schließlich werden die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen zum Aufbau einer Flächenagentur erarbeitet. Hierbei soll auch der Tausch von Grundstücken mit dem Ziel einer gesamtökologischen Verbesserung einbezogen werden.
Vorgehen:
  1. Sichtung und Bewertung der für das Monitoring und die Umsetzung infrage kommenden Einrichtungen, wie Landschaftspflegeverband, Bayerische Kulturlandstiftung, Ökoagentur Bayern
  2. Nutzung von Erfahrungen mit Flächenmanagement/Flächenmanager in bayer. Landkreisen, z. B. Erding
  3. Einholung von Angeboten für die Einrichtung des Flächenmanagements
  4. Koordination der durchzuführenden Maßnahmen
  5. Abstimmung im Kreistag.
Beteiligte:
Untere Naturschutzbehörde und weitere Fachstellen des Landratsamtes, AELF Ebersberg, Landschaftspflegeverband, Regionalmanagement, Naturschutzbeirat, Bürgermeister, ULV-Ausschuss, Kreistag
Laufzeit:
2019 - 2021