Nachhaltiges Flächenmanagement in den Gemeinden

Handlungsfelder:
HINTERGRUND:
Der Landkreis Ebersberg und seine Gemeinden stehen unter einem hohen Entwicklungs- und Wachstumsdruck. Dieser Druck wirkt sich unmittelbar auf die in den Gemeinden zur Verfügung stehenden Flächenressourcen aus. Die zunehmende Flächeninanspruchnahme greift in den Natur- und Wasserhaushalt ein, führt zu biologischer Verarmung und verstärkt die Hochwassergefahr. Charakteristische Orts- und Landschaftsbilder gehen verloren. Vielen Städten und Gemeinden wird bewusst, dass sie mit Ihren Flächenressourcen sparsam umgehen und ein nachhaltiges Flächenmanagement anwenden müssen. Nachhaltigkeit in der Flächeninanspruchnahme bedeutet, neben der wirksamen Reduzierung des Verbrauchs vorrangig Brachflächen und Baulücken zu nutzen, eine Innenentwicklung durch qualitätsvolle Nachverdichtung zu betreiben und dadurch auch einen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu leisten. Für das „Flächenmanagement im Landkreis Ebersberg“ besteht seit 2006 ein abgestimmtes Positionspapier. Dort ist z. B. festgehalten, dass Flächensparen ein wichtiger Bestandteil der gemeindlichen Bauleitplanung sein soll. Einige Gemeinden haben solche Ziele bereits umgesetzt. Zusätzlich hat der Kreistag am 15.10.2012 für seine eigenen Liegenschaften „Leitziele für energieeffizientes, wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen des Landkreises Ebersberg“ beschlossen.
Ziele und Ergebnisse:
Das Positionspapier „Flächenmanagement im Landkreis Ebersberg“ wird in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden aktualisiert und als Leitfaden für eine nachhaltige Kommunalentwicklung herausgegeben. Der Leitfaden kommt in den Gemeinden zum Einsatz; bei seiner Anwendung haben eine umwelt- und sozialverträgliche Innenentwicklung, die Erhaltung von Biotopen, geschützten Flächen und landwirtschaftlich bedeutsamen Bereichen sowie das Flächensparen hohe Priorität. Die vorhandenen Planungsinstrumente für die gemeindliche Bauleit- und Landschaftsplanung werden dafür zielgerichtet eingesetzt. Gemeinden entwickeln gemeinsam Zielmarken für die Flächeninanspruchnahme und überprüfen die Zielerreichung. Für das nachhaltige Flächenmanagement wird die Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern“ aufgenommen. Hier sollen praxisnahe Empfehlungen, konkrete Handlungsoptionen und der Austausch zwischen den Gemeinden gefördert werden.
Vorgehen:
  1. Aktualisierung des Positionspapiers „Flächenmanagement im Landkreis Ebersberg“, u. a. Ausweisen von Flächen vorrangig in Nähe nachhaltiger Verkehrsanbindung, Ergänzungen zum Thema Parkplätze (überbauen, für PV-Anlagen nutzen)
  2. Abstimmung und Billigung als Leitfaden
  3. Entwicklung eines Systems zur Kontrolle und Sichtbarmachung der Erfolge
  4. Prüfung der Unterstützung und Fördermöglichkeit durch das „Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern“ www.kommunal-nachhaltig.de
  5. Einsatz des Leitfadens in den Gemeinden
  6. Einführung und Betreuung einer landkreisweiten Gebäude- und Flächenbörse.
Beteiligte:
Fachbereiche des Landratsamts, Regionalbeirat, Naturschutzbeirat, ULV-Ausschuss, Bürgermeister/ Bürgermeisterdienstbesprechung, Bauträger, Architekten, Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum, Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern
Laufzeit:
2020 - 2022