Chancengerechtigkeit für Alle

Handlungsfelder:
HINTERGRUND:
Im Verlauf der letzten 15 Jahre hat sich in Deutschland die Bildungsgerechtigkeit wesentlich zum Positiven verbessert, von einem der hintersten Plätze ins Mittelfeld. Dennoch zeigt die aktuelle Pisa-Studie Schwachstellen in Bezug auf die Chancengerechtigkeit im Schulsystem auf. Insbesondere die Entwicklung bei Schülerinnen und Schülern mit Armuts- und Migrationshintergrund sei alarmierend, so das Deutsche Kinderhilfswerk in einer Pressemeldung im Dezember 2016. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und den immer stärker werdenden Fachkräftemangel ist es für eine wirtschaftsstarke Nation wie Deutschland unumgänglich, auch Schüler aus einkommensschwachen und bildungsfernen Milieus zu fördern und ihnen über die Leistungen des Staates hinaus möglichst faire Chancen zu eröffnen. Finanzielle Grundlagen dafür bieten u. a. die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz. Weitere Mittel können durch Crowdfunding-Aktivitäten, Unternehmenssponsoring oder Spendenaufrufe akquiriert werden. Paten- und Mentoring-Projekte helfen Jugendlichen beim Übergang von der Schule zum Beruf und werden vom Kreisjugendamt Ebersberg mit 35.000,- € jährlich finanziert. Für den Landkreisnorden gibt es bereits das Mentoring-Projekt in der Trägerschaft der AWO, für den Landkreissüden das Projekt „Starthilfe“ in Trägerschaft des KBW Ebersberg. In Vaterstetten läuft das Mentoring-Projekt in der Trägerschaft des Mehrgenerationenhauses Vaterstetten.
Ziele und Ergebnisse:
  • Förderung und Ausbau von preisgünstigem Nachhilfe- und Förderunterricht für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen und bildungsfernen Milieus (vgl. Projekt Clever Kids)
  • vorhandene Paten- und Mentoring-Projekte (z. B. von KBW und AWO) stärken
  • Gerechtigkeit als Gemeinschaftsaufgabe verstehen, „Wohlhabende“ im Landkreis einbinden.
Vorgehen:
  1. Paten- und Mentoring-Projekt In Verantwortung des Kreisjugendamtes Ebersberg:
    • Durchführung einer intensiven Informations- und Bildungskampagne (z. B. bei Kreisschulforum, Schulleiterdialog, auch in Jugendtreffs) zur Gewinnung und Motivierung von Personen, die sich zu Paten bzw. Mentoren ausbilden lassen. Gleichzeitig finden in Schulen des Landkreises Informationsgespräche statt, in denen die Lehrerinnen und Lehrer über das Projekt informiert werden. Bei Elternsprechtagen oder Eltern- und Schülergesprächen werden interessierte SchülerInnen motiviert, das Angebot in Anspruch zu nehmen.
    • Kennenlerntreffen zwischen Mentoren/Paten und SchülerInnen. Sollte zwischen den beiden Parteien die „Chemie stimmen“, werden verpflichtende Verträge geschlossen.
    • Bekanntmachen von Angeboten, um SchülerInnen Klassenfahrten und Ausflüge zu ermöglichen (z. B. SZ-Adventskalender) mit Unterstützung des Programms „Fördern und Helfen“
  2. Sonderprojekt Solidarische Schülerschaft, verbunden mit Achtsamkeitsschulung
  3. Fortführen der Modelle, bei denen SchülerInnen ehrenamtlich andere bei der Verbesserung ihrer schulischen Leistungen unterstützen (v.a. Angebote auf gemeindlicher Ebene)
  4. Erleichterung des Zugangs zu Fördermaßnahmen sowie Unterstützung bei Antragstellung und Abruf (z. B. Unterstützung bei Nachhilfeunterricht und Schulausflügen)
  5. Beratungsangebote vor Ort (z. B. in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Schulberatung)
  6. Gewinnung von Kräften für Paten- oder Mentoring-Projekte.
Beteiligte:
Kreisjugendamt, Schulen im Landkreis, Lehrerschaft, Eltern; Bildungseinrichtungen (KBW, vhs), Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie, AWO, Mentoren und Paten, NachhilfelehrerInnen, Schulamt
Laufzeit:
2020 - 2023