Vernetzte Mobilität

Handlungsfelder:
HINTERGRUND:
Die Bevölkerungsentwicklung und speziell die Energiewende erfordern ein Umdenken und Umlenken im Bereich der Mobilität. Der Ausbau von Verkehrswegen ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Insbesondere kann der motorisierte Individualverkehr nicht weiterwachsen wie bisher. Der Einsatz von fossilen Antrieben wird erheblich eingeschränkt werden müssen. Um dennoch die Mobilität sicherzustellen, ist eine noch stärkere Vernetzung der Verkehrsarten notwendig. Intermodalität, also die Nutzung von mehreren unterschiedlichen Verkehrsmitteln für einen zurückgelegten Weg, ist dabei abhängig von der Qualität der Schnittstellen beim Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln. Folgende Schnittstellen sind dabei zu stärken: ÖPNV / ÖPNV (Busse und Bahn), PKW / ÖPNV (Park-and-Ride), Rad / ÖPNV (Bike-and-Ride). Die beiden letztgenannten Formen stellen eine Kombination von Individual- und öffentlichem Verkehr da. Bei den ÖPNV Angeboten kann es sich neben festen auch um flexible Bedienformen handeln, wie Anrufbus oder Sammeltaxi. Intermodale Verkehrslösungen können die jeweiligen Vorteile bestimmter Verkehrsmittel bestmöglich ausnutzen und so gesamtwirtschaftlich und ökologisch die effektivste Lösung für ein gegebenes Transportanliegen ermöglichen.
Ziele und Ergebnisse:
  • Anreize zur Nutzung der vorhandenen Angebote schaffen
  • bestehende Angebote verbessern und neue Angebote schaffen, z. B. Mitfahrbank
  • an der Schnittstelle PKW/ÖPNV: flächendeckende Umsetzung von Car-Sharing durch kombinierte Angebote in Kooperation mit ÖPNV-Anbietern (MVV)
  • an der Schnittstelle PKW/ÖPNV: Elektromobilität landkreisweit forcieren durch Stärkung von P+Rfür E-Fahrzeuge: Prioritäres Parken, Lademöglichkeiten, Verleihsysteme für Fahrräder, Roller u. ä.
  • an der Schnittstelle ÖPNV/ÖPNV: Optimieren von Umstiegen zwischen Bus und Bahn durch moderne, digitale Informationssysteme und flexible, bedarfsorientierte Bedienformen (Rufbus, Sammeltaxis)
  • an der Schnittstelle Rad/ÖPNV: ausreichende Kapazitäten, kurze Wege beim Umstieg, Überdachung, Diebstahlsicherheit, abschließbare Boxen.
Vorgehen:
  1. Definition einer Pilotaktivität zu kombiniertem ÖPNV/Carsharing-Angebot, Abstimmung mit Projekt ASTUS (MVV) im Rahmen der Leitprojektgruppe Carsharing, ggf. Etablierung einer speziellen App für das Abbilden der Vernetzungsmöglichkeiten
  2. Einführung eines „Kulturtickets“
  3. für die Erarbeitung des landkreisweiten E-Mobilitätskonzepts: Stärkung von P+R für E-Fahrzeuge durch attraktive (Lade-)Infrastruktur als Schwerpunkt setzen
  4. Bedarfsermittlung und Ableitung von Optimierungen an Bus/Bahn-Schnittstellen durch Information und bedarfsorientierte, flexible Angebote
  5. vorbildliche Realisierung von 3 repräsentativen Radabstellanlagen
  6. Entwicklung und geförderte Durchführung eines Modellprojekts zur Nutzung innovativer Mobilitätstechnologien, z. B. autonome Fahrzeuge für den Transport von Personen oder Gütern.
Beteiligte:
Leitprojektgruppen Carsharing, Energiewende und Mobilität, Digitalisierung; Mobilitätsforum; Energieagentur / Energiegenossenschaft; ÖPNV / MVV; Betreiber Regionalbuslinien, DB; junge Leute als Nutzer und als Unterstützer oder Anbieter: Jugendtreffs, KJR, Informatik-AKs an den Gymnasien, Uni (neuer Campus), Startups
Laufzeit:
2020 - 2022